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18 Jun

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4. Leadership Talk mit Minister Jörg Vogelsänger zum Thema: „Politik und Umwelt. Nachhaltige, wirtschaftliche Entwicklung im ländlichen Raum Brandenburgs.“

18. Juni 2018 | By |

Wie sieht der Gestaltungsraum in einem der höchsten politischen Ämter Brandenburgs aus und wie kann ein Minister die ihm wichtigen Themen vorantreiben? Über diese Fragen konnten sich 21 Mitglieder von Leadership Brandenburg – Netzwerk Verantwortung e.V. und weitere Interessierte am 5. Juni 2018 ganz konkret mit Jörg Vogelsänger, Brandenburgs Minister für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, in der Braumanufaktur im Forsthaus Templin austauschen.

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Nachdem Jörg Vogelsänger seinen Werdegang kurz beschrieben hatte, gab er einige konkrete Beispiele dafür, wie er seinen Gestaltungsraum erlebt und mit welchen Themen er sich in seinem Führungsalltag beschäftigt. Dabei waren auch die Umbenennung seines Ministeriums Thema, um insbesondere der ländlichen Entwicklung mehr Aufmerksamkeit zu geben. Andere Beispiele zeigten den Teilnehmenden, an welchen Punkten seine Gestaltungsspielräume an ihre Grenzen stoßen können. Um bei wichtigen Verhandlungen seine Themen durchsetzen zu können und die Weichen richtig stellen zu können, spielen klar herausgearbeitete Ziele und fundiert vorbereitete Inhalte eine zentrale Rolle. Letztendlich entscheidend sind aber auch die persönliche Erfahrung im politischen Geschäft und eine gute Portion Durchsetzungsvermögen.

Im zweiten Teil der knapp einstündigen Diskussion kamen mehr inhaltliche Themen zur Sprache. Die unter den Teilnehmern ebenfalls anwesenden Studierenden der ASIG Stiftung hatten im Vorfeld einige Fragen an den Minister erarbeitet. Sie wollten zum Beispiel wissen, wie der Lebensmittelverschwendung in Brandenburg Einhalt geboten werden kann und wie die Versorgung langfristig sichergestellt werden kann. Für diese großen Themenfelder nannte Herr Vogelsänger einige Beispiele für politische Entscheidungsräume, betonte aber auch die Verantwortung der Konsumenten. Wer gerade bei Lebensmitteln immer nur auf den niedrigsten Preis schaue und die Herstellungs- und Vertriebsrealitäten ignoriere, der verpasse einen wichtigen Hebel. Nur, wenn Produkte keinen Käufer mehr fänden, würden sie schließlich auch nicht mehr hergestellt. Es brauche also ein Zusammenspiel von politischen Vorgaben und dem Verhalten der Bürger. Nur dann ließen sich Dinge wirklich nachhaltig ändern. Und auch nur so könne die bisher unumgängliche und teure Förderung der ökologischen Landwirtschaft zurückgefahren werden.

Nach einer spannenden und lebhaften Diskussion konnten die Teilnehmer noch eine kleine Auswahl von ländlich produzierten Produkten aus Brandenburg in Empfang nehmen, welche über pro-agro von den Direkterzeugern zur Verfügung gestellt worden waren. Dann ließ sich die Gruppe von einem der Geschäftsführer der Braumanufaktur, Jörg Kirchhoff, die Brauereieinrichtungen zeigen. Herr Kirchhoff erzählte den langen Weg seiner Vision von einem Bier, das aus nachhaltig und ökologisch angebauten Zutaten hergestellt wird und trotzdem erschwinglich bleibt. Durch die fast doppelt so teuren Zutaten und die lange Reifezeit des Bieres ist das kein leichtes Geschäftsmodell. So dauerte es auch seine Zeit, bis alle Zulieferer gefunden waren und vor allem der Vertrieb sich so festigte und verbreitete, dass alles zusammen funktionierte. Dabei spielen viele Kleinigkeiten eine Rolle, von der Wahl der Flaschen und der Bierkästen angefangen, bis hin zur richtigen Auslastung aller notwendigen Herstellungsschritte. Ergebnis sind verschiedene ungefilterte Biersorten, die nicht nur im Raum Potsdam viele Liebhaber gefunden haben und inzwischen auch bei den großen Getränkeanbietern erhältlich sind.IMG_4644

Nach diesem Einblick in ein vorbildlich nachhaltig agierendes Unternehmen konnten sich die Teilnehmenden zusammen mit Herrn Vogelsänger nach all den spannenden Inhalten über einen entspannten Ausklang im Biergarten freuen. Viele nutzten diese Gelegenheit um sich in individuellen Gesprächen über Arbeitsthemen und Tätigkeitsfelder querverbindend auch auf einer persönlichen Ebene auszutauschen und vereinbarten sich zu weiterführenden Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen.

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