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Aktuelles Archives - Leadership Brandenburg

09 Apr

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5. Leadership Talk zum Thema „Kinder- und Jugendhilfe in Brandenburg“

9. April 2019 | By |

Was sind die besonderen Herausforderungen in der Kinder- und Jugendhilfe in Brandenburg früher und heute? Welche Rahmenbedingungen ermöglichen, bzw. erschweren eine gute Arbeit mit Kindern oder Jugendlichen, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr zuhause wohnen, bzw. erzogen werden können? Inwieweit hat sich diese Arbeit im Laufe der Zeit verändert? Diese und eine Reihe weiterer spannender Fragen diskutierte eine Gruppe von 12 Führungspersönlichkeiten in der Stiftung Großes Waisenhaus in Potsdam am 14.03.2019.

Nach dem Empfang im Stiftungshaus in der Breiten Straße durch unsere Gastgeberin Elke Krüger, der Geschäftsführerin der Stiftung „Großes Waisenhaus zu Potsdam“ begab sich die Gruppe in die historischen Kellergewölbe ins Museum des Großen Waisenhauses. Dort gab der hausinterne Historiker René Schreiter einen Einblick in die beinahe 300-jährige Geschichte der Stiftung. Buchstäblich gekrönt wurde die Führung danach durch einen Aufstieg in den nach historischem Vorbild nachgebauten Monopteros auf dem Dach der Stiftung mit einem herrlichen Rundumblick über Potsdam.

Anschließend begaben wir uns in das nahe gelegene ehemalige Lazarettgebäude, in dem heute ein Hotel untergebracht ist, und diskutierten mit Frank Matzke, dem Geschäftsführer der GFB – Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung Brandenburger Kinder und Jugendlicher mbH, einer Tochter der Stiftung Großes Waisenhaus und Träger einer Reihe von Einrichtungen. Dabei bekamen die Anwesenden einen sehr intensiven und eindrucksvollen Einblick in die Themen rund um die aktuelle Kinder- und Jugendhilfe. Es wurden Vorurteile und Vorbehalte verdeutlicht, einige Rahmenbedingungen der Arbeit in Brandenburg besprochen und auch über die Gründe für die steigende Anzahl an Jugendhilfemaßnahmen diskutiert. Insgesamt ließ sich feststellen, dass diese wichtige Arbeit in der Gesellschaft immer noch mit gewissen Tabus belegt ist und viele Menschen darüber wenig wissen.

Wir bedanken uns bei den Gastgebern und Gesprächspartnern für ihre Offenheit und Zeit. Die Teilnehmenden konnten dadurch viele Facetten dieses Arbeitsfelds kennenlernen, das einen wichtigen Teil der sozialen Arbeit in Brandenburg darstellt. Kinder sind schließlich nicht weniger als die Zukunft unserer Gesellschaft.

29 Mrz

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Einzelprogrammtag am 11. Mai 2019 in Frankfurt/Oder – Slubice

29. März 2019 | By |

Wir bieten einmal pro Jahr einen Programmtag an, der sowohl unseren Mitgliedern, wie auch Interessenten offen steht. In diesem Jahr haben wir hierfür für Samstag, den 11. Mai 2019 gemeinsam mit unserem Schwesterverein Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V. eine Exkursion nach Frankfurt/Oder und seine polnische Nachbarstadt Slubice organisiert.

In Gesprächen mit dem Oberbürgermeister von Frankfurt, René Wilke, den Betreibern eines Gründerzentrums und dem Gründer eines Vereins, der die gemeinsame Geschichte von Deutschen und Polen aufarbeitet, wollen wir uns den Herausforderungen und Chancen der deutsch-polnischen Doppelstadt widmen. Ein Spaziergang mit kleiner Stadtführung, ein Mittagessen im Panorama-Restaurant des Oderturms und ein Abendessen mit polnischer Küche in Slubice runden einen sicherlich eindrücklichen Tagesausflug ab.

Hier das Programm auf aktuellem Stand:

10.04 Ankunft mit dem Regionalzug von Berlin aus

10.04 – 11.00 Stadtrundgang mit Dieter Krawczynski
durch Frankfurt/Oder, durch das Bahnhofsviertel, vorbei am Marktplatz mit Besichtigung der Marienkirche bis zum Oderturm

11.00 – 12.30   Begegnung im Bereich Wirtschaft
Besichtigung des deutsch-polnischen Coworking-Place BLOK-O mit Gespräch mit dessen Geschäftsführerin Linda Pickny:
„Wie kommt ein Coworking-Place in Frankfurt/Oder an? Welche Standort-Vorteile und Nachteile bietet die Stadt an der deutsch-polnischen Grenze? Wie kann aus Sicht von Linda Pickny die Stadt und Region Perspektiven für junge Menschen bieten und in der Region halten oder sogar junge Menschen in die Region ziehen?“

12.45 –14.00   Mittagessen im Kartoffelhaus

14.00 – 14.15  Spaziergang zum Rathaus

14.15 – 15.45  Begegnung im öffentlichen Bereich
Treffen mit Oberbürgermeister René Wilke:
„Was sind aus seiner Sicht die drei größten Herausforderungen von Frankfurt? Wie versucht er diese zu lösen und inwiefern würde er sich mehr Engagement von Führungskräften aus Wirtschaft, Verwaltung und gemeinnützigem Bereich wünschen? Wie ist die Sicht von Führungskräften aus Potsdam und Berlin auf Frankfurt und inwiefern würde er sich mehr Zusammenarbeit wünschen?“

15.45 – 16.00  Seitenwechsel auf die polnische Oder-Seite nach Slubice

16.00 – 17.45  Besuch des „Polenmarktes“ in Slubice
(An- und Rückreise mit Taxen)

18.00 – 19.00 Begegnung im Non-Profit-Bereich
Treffen mit Dr. Krzysztof Wojciechowski, Verwaltungsdirektor des Collegiums Polonicum, Vorsitzender des Vereins mylife – erzählte Zeitgeschichte e.V.   und Autor des Buches „Meine lieben Deutschen
Wir treffen uns im Collegium Polonicum, wo uns Herr Dr. Krzysztof Wojciechowski empfängt und wir zum Abschluss die Aussicht von der Terrasse des Gebäudes auf die Doppelstadt genießen können.

19.00    optional Rückkehr zum Bahnhof nach Frankfurt/Oder zum RE1, Abfahrt: 19.35 Uhr, Berlin Hbf: 20.41, Potsdam Hbf: 21.09 Uhr

19.15 -20.15   Nettes Zusammensein zum Abendessen
in einem nahegelegenen Restaurant

Rückkehr mit RE 1 um 20.35 Uhr (21.39 Uhr Berlin Hbf) oder mit dem RE 1 um 21.28 Uhr (22.41 Uhr in Berlin Hbf) oder auch später

Anmeldung und Kosten:
Für die Teilnahme an Stadtführung, der Begegnung im Co-Workingplace BLOK-O, dem Empfang und Gespräch mit dem Oberbürgermeister, Taxifahrt zum Polenmarkt in Slubice und zurück zum Collegium Polonicum berechnen wir für Mitglieder (und eine Begleitperson): 20 Euro pro Person, für Nicht-Mitglieder: 35 Euro pro Person

Für die Hin- und Rückfahrt von Berlin bzw. Potsdam kann ein Berlin-Brandenburg-Wochenend-Ticket für 29 Euro von bis zu 5 Personen genutzt und die Kosten entsprechend umgelegt werden.

Bitte senden Sie uns eine Mail mit Ihrem Teilnahmewunsch an: susan.kirch(at)leadership-brandenburg.de

26 Feb

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Ankündigung des 5. Leadership Talk in der Stiftung „Großes Waisenhaus zu Potsdam“

26. Februar 2019 | By |

Am Donnerstag, den 14.03.2019 von 17.00 Uhr bis ca. 20.00 Uhr werden wir uns über Kinder- und Jugendarbeit in der Vergangenheit und Gegenwart in Brandenburg mit Vertretern der Stiftung „Großes Waisenhaus zu Potsdam“ unterhalten.

Eine Gruppe aus Mitgliedern und Interessenten von Leadership Brandenburg – Netzwerk Verantwortung e.V. wird zu Gast sein bei Elke Krüger, der Geschäftsführerin der Stiftung „Großes Waisenhaus zu Potsdam“. Wir diskutieren außerdem mit dem Historiker René Schreiter und Frank Matzke, dem Geschäftsführer der GFB – Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung Brandenburger Kinder und Jugendlicher mbH, einer Tochter der Stiftung.

Wir haben die besondere Gelegenheit, eine 1724 gegründete Stiftung und ihre Rolle in der Kinder- und Jugendhilfe kennenzulernen. In Begleitung des Historikers René Schreiter erhalten wir anhand einer Führung durch das Waisenhausensemble mit seinem Museum einen Einblick in die wechselvolle Geschichte. Daran anschließend werden wir im ehemaligen Lazarettgebäude gegenüber, in dem heute ein Hotel untergebracht ist, über die Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe in Vergangenheit und Gegenwart in Brandenburg sprechen. Dabei wird diskutiert, wie sich die Aufgaben und Ausgestaltung von Heimerziehung bis heute verändert hat, wie Jugendhilfemaßnahmen überhaupt zustande kommen und was das dann für die Betroffenen bedeutet. Aber auch die Aufarbeitung der DDR-Geschichte mancher Häuser als Sonderheime und deren Auswirkungen auf die heutige Arbeit werden thematisiert.

Die Teilnehmerzahl ist wie immer begrenzt, daher bitte ich um Anmeldung für den Abend mit einer kurzen Mail an: susan.kirch(at)leadership-brandenburg.de

12 Nov

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Die Bedeutung von Leadership im eigenen Führungsalltag – Leadership Intensivprogramm am Freitag 21. und Samstag 22. September 2018

12. November 2018 | By |

Am vorletzten Wochenende im September fand die erste mehrtägige Veranstaltung von Leadership Brandenburg – Netzwerk Verantwortung e.V. für Brandenburger Führungskräfte aus der Wirtschaft, dem Non-Profit Bereich und der öffentlichen Verwaltung statt und machte dem Titel “Leadership Intensivprogramm“ alle Ehre.

Zusammen mit den Mitgliedern unseres Vorstands versammelte sich eine trisektoral gemischte, spannende Gruppe bestehend aus einer Universitätspräsidentin, einer Führungskraft des Deutschen Roten Kreuzes, einem für die Brandenburger Geschäftskunden zuständigen Banker, einer Nachhaltigkeitsaktivistin, einem Ortswehrführer einer lokalen Feuerwehr, dem Leiter einer Weiterbildungseinrichtung und einem Personalratsvorsitzenden. Gemeinsam erkundeten sie die Bedeutung von Leadership in ihrem eigenen Alltag. Außerdem erlebte das knappe Dutzend Verantwortungsträger, wie sich im Rahmen von großer Unterschiedlichkeit Gemeinschaft bilden lässt und wie Vielfalt als Bereicherung angegangen werden kann. Das methodische Konzept der beiden Tage baute außerdem darauf auf, dass gleichzeitig und quasi en passant zentrale Leadership Kompetenzen wie das Agieren in einem ungewohnten Umfeld, die wertschätzende Kommunikation mit Andersgesinnten oder das wertfreie Aushalten und konstruktive Einbinden von Unterschiedlichkeit geübt und weiterentwickelt werden konnten.

Unserem Ansatz des Erfahrungslernen entsprechend erlebten und durchliefen die Teilnehmenden über die beiden Tage verteilt eine Reihe von Aufgaben und Herausforderungen. Sie mussten direkt nach der Begrüßung bereits ein umfangreiches Rätsel lösen und bekamen zur Belohnung eine weitere Herausforderung in Aussicht gestellt. Die Intensität der beiden Tage war damit gleich von Anfang an spürbar. In immer wieder neu zusammengesetzten Kleingruppen wurden dann unterschiedliche Aspekte rund um Leadership und Vielfalt anhand von konkreten Fragestellungen mit verschiedenen Methoden erarbeitet oder diskutiert. In der jeweils sich anschließenden gemeinsamen Auswertung wurden die gerade gewonnenen Erkenntnisse untereinander abgeglichen oder auf den eigenen Führungsalltag übertragen.

Am Ende des ersten Tages fanden sich die Teilnehmenden bei einer sehr unterhaltsamen und fröhlichen Abendveranstaltung mit umfangreichem Kulturprogramm zusammen. Am zweiten Tag wurden dann ganz konkrete Themen mit Hilfe der Methode der „Kollegialen Beratung“ bearbeitet und am frühen Nachmittag in intensiven Gesprächen vertieft. Nach einer individuellen Reflektion und einer gemeinsamen Auswertung der Erlebnisse der vergangenen beiden Tage ging das Programm am späten Samstagnachmittag zu Ende.

Die Gesamtauswertung teilte sich in die beiden Themenkomplexe:

  1. Was haben die einzelnen Teilnehmer für sich aus den Tagen gewonnen?
  2. Wie kann Leadership Brandenburg – Netzwerk Verantwortung e.V. als Struktur in Brandenburg das Thema Collaborative Leadership und damit die Zusammenarbeit über Arbeitsbereiche hinweg voranbringen?

Als Impulse für persönliche Entwicklung wurden unter anderem genannt:

  • Brandenburg kann komplex sein und ist weit mehr als „nur“ Flüchtlingsproblematik!
  • Es ist leicht gesagt, aber nicht immer leicht getan, keine Vorurteile zu haben!
  • Es ist wichtig, besonders auch jenseits der eigenen Arbeitswelt Kontakte zu knüpfen und Netzwerke aufzubauen!
  • Dank der Offenheit aller Teilnehmer ließen sich neue Problemlösungsstrategien mitnehmen.
  • Durch das Seminar fand eine hilfreiche Bestärkung der Motivation für die weitere Arbeit statt.
  • Es war ein Genuss solch eine Gemeinschaft als Brandenburger zu erleben.
  • Der Erfahrungsaustausch war bereichernd.
  • Brandenburg kann mehr!

Als wichtige Themen und Bereiche, die Leadership Brandenburg e.V. für Brandenburg voranbringen kann, wurden genannt.

  • Themen rund um das Selbstverständnis und Selbstbewusstsein von Brandenburg
  • Netzwerkthemen: Netzwerke auf gleicher Augenhöhe bilden, Perspektiven wechseln und den eigenen Tunnelblick überwinden, Gesamtzusammenhänge verstehen, ein Verständnis für andere Branchen entwickeln und insbesondere den öffentlichen Bereich in Brandenburg besser verstehen lernen.
  • Themen rund um die Gesellschaft: demokratische Strukturen stärken, Vorurteile abbauen, gemeinsames Engagement gegen Rechts und Aufbau/Stärkung der Zivilgesellschaft, Wandel gestalten, Entwicklungs- und Gesellschaftsthemen voranbringen.

Es wurden auch konkrete Ansätze gesammelt, um Leadership Brandenburg – Netzwerk Verantwortung e.V. selbst voranzubringen:

  • Zugänge eröffnen.
  • Eine Plattform bieten, um Probleme offen zu besprechen.
  • Aussicht auf Gründung sinnstiftender Projekte; gute Ost-West- Mischung Gestaltungsmöglichkeiten nutzen.
  • Qualifikation für Führungskräftenachwuchs mehr betonen.
  • Verschiedene Methoden anbieten.
  • Hoffnung und Unterstützung geben.

Im Rahmen des Intensivprogramms hat sich bestätigt, dass das Konzept des Jahresprogramms, das hier in Ansätzen zu erleben war, auch für Brandenburg spannend und vielversprechend ist. Der Bedarf eines gegenseitigen Austauschs in einer vom Arbeitsalltag abgekoppelten Umgebung ist groß. Die Möglichkeit, sich durch den Einblick in andere Arbeitsrealitäten gegenseitig zu inspirieren oder abzugleichen, wurde als erheblicher Nutzen bestätigt. Wir gehen daher mit viel Energie und Bestätigung mit dem Plan in das kommende Jahr 2019, dann auch ein erstes Mal ein komplettes 7-tägiges Collaborative Leadership Jahresprogramm durchzuführen!

Vielen Dank an alle Teilnehmer für die Offenheit und Bereitschaft auch ein wenig über den eigenen Schatten zu springen! Es waren zwei gut gelaunte und wirklich intensive Tage.

18 Jun

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4. Leadership Talk mit Minister Jörg Vogelsänger zum Thema: „Politik und Umwelt. Nachhaltige, wirtschaftliche Entwicklung im ländlichen Raum Brandenburgs.“

18. Juni 2018 | By |

Wie sieht der Gestaltungsraum in einem der höchsten politischen Ämter Brandenburgs aus und wie kann ein Minister die ihm wichtigen Themen vorantreiben? Über diese Fragen konnten sich 21 Mitglieder von Leadership Brandenburg – Netzwerk Verantwortung e.V. und weitere Interessierte am 5. Juni 2018 ganz konkret mit Jörg Vogelsänger, Brandenburgs Minister für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, in der Braumanufaktur im Forsthaus Templin austauschen.

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Nachdem Jörg Vogelsänger seinen Werdegang kurz beschrieben hatte, gab er einige konkrete Beispiele dafür, wie er seinen Gestaltungsraum erlebt und mit welchen Themen er sich in seinem Führungsalltag beschäftigt. Dabei waren auch die Umbenennung seines Ministeriums Thema, um insbesondere der ländlichen Entwicklung mehr Aufmerksamkeit zu geben. Andere Beispiele zeigten den Teilnehmenden, an welchen Punkten seine Gestaltungsspielräume an ihre Grenzen stoßen können. Um bei wichtigen Verhandlungen seine Themen durchsetzen zu können und die Weichen richtig stellen zu können, spielen klar herausgearbeitete Ziele und fundiert vorbereitete Inhalte eine zentrale Rolle. Letztendlich entscheidend sind aber auch die persönliche Erfahrung im politischen Geschäft und eine gute Portion Durchsetzungsvermögen.

Im zweiten Teil der knapp einstündigen Diskussion kamen mehr inhaltliche Themen zur Sprache. Die unter den Teilnehmern ebenfalls anwesenden Studierenden der ASIG Stiftung hatten im Vorfeld einige Fragen an den Minister erarbeitet. Sie wollten zum Beispiel wissen, wie der Lebensmittelverschwendung in Brandenburg Einhalt geboten werden kann und wie die Versorgung langfristig sichergestellt werden kann. Für diese großen Themenfelder nannte Herr Vogelsänger einige Beispiele für politische Entscheidungsräume, betonte aber auch die Verantwortung der Konsumenten. Wer gerade bei Lebensmitteln immer nur auf den niedrigsten Preis schaue und die Herstellungs- und Vertriebsrealitäten ignoriere, der verpasse einen wichtigen Hebel. Nur, wenn Produkte keinen Käufer mehr fänden, würden sie schließlich auch nicht mehr hergestellt. Es brauche also ein Zusammenspiel von politischen Vorgaben und dem Verhalten der Bürger. Nur dann ließen sich Dinge wirklich nachhaltig ändern. Und auch nur so könne die bisher unumgängliche und teure Förderung der ökologischen Landwirtschaft zurückgefahren werden.

Nach einer spannenden und lebhaften Diskussion konnten die Teilnehmer noch eine kleine Auswahl von ländlich produzierten Produkten aus Brandenburg in Empfang nehmen, welche über pro-agro von den Direkterzeugern zur Verfügung gestellt worden waren. Dann ließ sich die Gruppe von einem der Geschäftsführer der Braumanufaktur, Jörg Kirchhoff, die Brauereieinrichtungen zeigen. Herr Kirchhoff erzählte den langen Weg seiner Vision von einem Bier, das aus nachhaltig und ökologisch angebauten Zutaten hergestellt wird und trotzdem erschwinglich bleibt. Durch die fast doppelt so teuren Zutaten und die lange Reifezeit des Bieres ist das kein leichtes Geschäftsmodell. So dauerte es auch seine Zeit, bis alle Zulieferer gefunden waren und vor allem der Vertrieb sich so festigte und verbreitete, dass alles zusammen funktionierte. Dabei spielen viele Kleinigkeiten eine Rolle, von der Wahl der Flaschen und der Bierkästen angefangen, bis hin zur richtigen Auslastung aller notwendigen Herstellungsschritte. Ergebnis sind verschiedene ungefilterte Biersorten, die nicht nur im Raum Potsdam viele Liebhaber gefunden haben und inzwischen auch bei den großen Getränkeanbietern erhältlich sind.IMG_4644

Nach diesem Einblick in ein vorbildlich nachhaltig agierendes Unternehmen konnten sich die Teilnehmenden zusammen mit Herrn Vogelsänger nach all den spannenden Inhalten über einen entspannten Ausklang im Biergarten freuen. Viele nutzten diese Gelegenheit um sich in individuellen Gesprächen über Arbeitsthemen und Tätigkeitsfelder querverbindend auch auf einer persönlichen Ebene auszutauschen und vereinbarten sich zu weiterführenden Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen.

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18 Jun

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1. Leadership Einzelprogrammtag: „Wandel und Veränderungsprozesse in der Lausitz am Beispiel des Braunkohleabbaus“

18. Juni 2018 | By |

Am 2. Juni 2018 fand unser erster Einzelprogrammtag bei der Lausitzer Energie und Bergbau AG und der Lausitz Energie Kraftwerke AG (LEAG) statt. Auf Einladung von Leadership Brandenburg e.V. gemeinsam mit Leadership Berlin e.V. traf sich eine vielfältig zusammengesetzte Gruppe von 20 Führungskräften und beschäftigte sich einen Tag lang mit den besonderen Herausforderungen der Lausitz, einer Region, die massiv mit Umstrukturierung und Veränderung konfrontiert ist. Aus verschiedenen Perspektiven gingen sie Fragen nach, welche Strategien Verantwortungsträger vor Ort verfolgen und wie Menschen mit Führungsverantwortung dort ihre Zukunft aktiv gestalten. Wie vielfältig die Gruppe zusammengesetzt war, zeigte sich gleich zu Anfang bei einem Meinungsstrahl zu der Frage, ob der Braunkohleausstieg sofort erfolgen solle oder nicht. Hier fächerten sich die Meinungen von totaler Zustimmung bis hin zu vollkommener Ablehnung sehr breit auf. Ganz in diesem Sinne wechselten sich dann auch den ganzen Tag über Neugier mit Skepsis oder auch Überraschung ab.

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Gastgeber des Tages war die Lausitzer Energie und Bergbau AG und die Lausitz Energie Kraftwerke AG (LEAG), die als Arbeitgeber von 8.000 Mitarbeitern und nochmal rund 12.000 indirekten Arbeitsplätzen in Zulieferbetrieben den Alltag vieler Menschen in der Region prägt. Unter Anleitung von Herrn Dr. Rendez, dem Vorstandsvorsitzenden der LEAG, erlebte die Gruppe neben einer Fahrt durch den Braunkohletagebau Welzow-Süd auch eine Führung durch das Kraftwerk Schwarze Pumpe. Am Nachmittag konnten wir dann außerdem noch drei weitere lokale Gesprächspartner mit ganz unterschiedlichen Perspektiven begrüßen. Frau Christine Herntier ist als Bürgermeisterin von Spremberg nahe an den Bedürfnissen der Bürger und wird deren Interessen auch in der Kommission ‘Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung‘ vertreten. Dr. Wolfgang Krüger kennt als Geschäftsführer der IHK Cottbus die direkten und indirekten Abhängigkeiten vieler, insbesondere auch kleinerer Unternehmen der Region vom Tagebau. Ein Mittler zwischen den vielen Stimmen in der Region wiederum ist Pfarrer Burkhard Behr, der seit letztem Herbst das von der evangelischen Kirche eingerichtete Zentrum für Dialog und Wandel leitet.

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In den unterschiedlichen Darstellungen unserer Gesprächspartner wurden einige Punkte deutlich. Zum einen erleben alle Gestalter vor Ort, dass sie selten oder nur in geringem Umfang in die Entscheidungsprozesse und Zukunftsplanungen für die Region eingebunden werden. Die politischen Vertreter aus dem gefühlt weit entfernten Berlin kommen, wenn überhaupt, nur kurz in die Region und machen sich nur oberflächlich ein Bild von den Gegebenheiten und Bedürfnissen der Menschen. Die Zerrissenheit und Zerstrittenheit der Betroffenen, aber auch die Frustration und ein Gefühl von Machtlosigkeit schlagen sich unter anderem in der hohen AfD Wählerquote nieder. Viele erleben es als Hohn, dass in Berlin der Flugverkehr massiv ausgebaut wird und dabei die CO2 Bilanz offenbar nur eine geringe Rolle spielt, wohingegen eine von massiver Arbeitslosigkeit bedrohte Region aus demselben Grund ein gut wirtschaftendes Unternehmen schließen soll. In diesem Zusammenhang überraschte viele Teilnehmende die Information, dass die Umschichtung der Böden und die streng geregelte Rekultivierung nach dem Abbau der Braunkohle bewirkt, dass die landwirtschaftliche Qualität der Flächen im Anschluss oftmals deutlich höher ist, als es die „Märkische Sandbüchse“ davor war.

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Die Meinungsvielfalt der Teilnehmenden war auch nach dem Tag groß, aber durch die hautnahen Erlebnisse und einige Stunden intensiver Beschäftigung mit den unterschiedlichen Facetten, konnten wir ein deutlich besseres Gefühl für die Komplexität der Themen rund um die Braunkohle in der Lausitz gewinnen. Die verschiedenen Sichtweisen haben gezeigt, wie die diversen Entscheidungsfelder ineinandergreifen und was sie jeweils auslösen können. Auch hier ist eine einfache Lösung eine Illusion. Jedoch ist klar geworden, wie wichtig es wäre, die Menschen von hier wirklich ernsthaft an der Gestaltung der eigenen Zukunft teilhaben zu lassen. Außerdem wünschen sich viele endlich klare und verlässliche Entscheidungen, damit eine Planbarkeit überhaupt erst ermöglicht und die momentan vorherrschende Unsicherheit überwunden werden kann.

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23 Mai

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3. Leadership Talk zum Thema: „Verantwortungsgestaltung in dörflichen Gemeinschaften.“

23. Mai 2018 | By |

Unsere dritte Leadership Begegnung führte Mitglieder und Interessenten von Leadership Brandenburg-Netzwerk Verantwortung e. V. zu den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Kloster Lehnin. Neben den Führungskräften der Ortswehr Robert Lehmann, Denny Back, Kevin Strehlau und Peter Kamolz, waren auch der (fast) oberste Dienstherr der Feuerwehr, der stellvertretende Bürgermeister von Kloster Lehnin, Herr Satzky, anwesend, ebenso wie Markus Klein, Geschäftsführer von demos – Brandenburger Institut für Gemeinwesenberatung, und Ingo Bröcker, Leiter des Projekts „Ohne Blaulicht“ des Landesfeuerwehrverbands. Sie alle boten ganz unterschiedliche Perspektiven auf das Ehrenamt der Feuerwehr und dessen gesellschaftliche Bedeutung in ländlichen Gemeinschaften.

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In unserem Alltag gibt es ein paar wenige Dinge, die nicht nur selbstverständlich, sondern absolut verbindlich und unverrückbar sind. Zwei davon verbergen sich hinter den Nummern 110 und 112. Wenn man diese Nummern anruft, ist man sich sicher, Hilfe zu bekommen. Die Tatsache, dass bei der Nummer 112 auf dem Land und in kleineren Gemeinden dann Menschen in den Einsatz gerufen werden, die gerade eben noch an der Werkbank standen, einen Kunden betreuten oder mit ihren Familien zu Mittag aßen, ist den wenigsten bewusst. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr kommen auch, beziehungsweise gerade dann, wenn andere Hilfe nicht mehr greift. Sie tun dies zusätzlich zu ihrem normalen Alltag, ihrem Arbeitsleben, ihrem Familienleben – in ihrer Freizeit. Wenn sie zu einem Einsatz losfahren, dann wissen sie nicht, was sie vor Ort erwarten wird. Wird es darum gehen, die berühmte Katze vom Baum zu holen? Menschen aus Häusern, auf dem Eis, auf dem Wasser oder auf der Straße zu retten? Brände im Haus oder im Wald zu löschen? Umgestürzte Bäume von Straßen zu schneiden oder ausgelaufene giftige Flüssigkeiten zu beseitigen? Die Vielseitigkeit der dann zur Verfügung stehenden Möglichkeiten für eine Lösung des Notfalls wird bestimmt von der Ausstattung der jeweiligen Ortswehr. In Kloster Lehnin konnten wir dafür eine rote, fahrbare Allround-Werkstatt bestaunen mit einer beeindruckenden Zusammenstellung an technischem Gerät in nur einem Einsatzfahrzeug.

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Dabei ist die Ausrüstung, mit denen die Kameraden zu den unterschiedlichsten Einsätzen gerufen werden, von Kommune zu Kommune sehr unterschiedlich. Je nach Anforderung und finanziellen Möglichkeiten des Trägers werden technische Geräte, die individuelle Ausrüstung der Feuerwehrmänner und die Gebäude ausgestattet. Wenn man bedenkt, dass alleine die Schuhe eines Feuerwehrmanns ca. dreihundert Euro kosten, kann man erahnen, was das schnell für Größenordnungen bei Feuerwehrautos und Geräten für besondere Einsätze werden können. Wenn dann – wie schon häufiger geschehen – Gerätschaften teilweise während eines Einsatzes gestohlen werden, dann ist das nicht nur ärgerlich, sondern im Zweifel bei dem nächsten Einsatz das schmerzlich fehlende, weil eigentlich rettende Werkzeug.

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Man sollte für die Feuerwehr buchstäblich brennen oder „eine Feuerwehr-Macke“ haben, wie drei unserer Gesprächspartner meinten. Sonst würde man die vielen Jahre und die manchmal damit verbundenen Herausforderungen nicht durchhalten. Feuerwehrkräfte müssen sich viele Fähigkeiten aneignen und dann regelmäßig pflegen. Die Kameraden sind dabei Experten und Spezialisten auf den unterschiedlichsten Gebieten. Darüber hinaus müssen sie alle körperlich in der Lage sein, ihre 25 Kilo schwere Ausrüstung zuzüglich ebenso schweren Maschinen oder Werkzeugen teilweise über Stunden zu tragen und zu handhaben. Bei der relativ kleinen Ortswehr von nur 29 aktiven Mitgliedern ist die geballte Sammlung von Fähigkeiten erstaunlich! Ca. 100 Einsätze bewältigen die Kameraden jährlich.

Die Freiwillige Feuerwehr übernimmt aber noch weitere Aufgaben auch über die Rettungseinsätze hinaus. Zum Beispiel bereiten sie Osterfeuer vor und sichern sie. Außerdem unterstützen sie Dorffeste und andere Vereine. Im gesellschaftlichen Leben, insbesondere dem der ländlichen Gemeinden, spielen sie daher eine zentrale Rolle.

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Eine Würdigung ihres Beitrags erhalten sie von den Nutznießern – den Mitbürgern – die nicht aus ihrem direkten Umfeld stammen, eher selten. Schließlich ist es ja selbstverständlich, dass die Feuerwehr kommt und hilft, wenn man sie ruft. Leider häufen sich auch Vorkommnisse, bei denen die Feuerwehrleute bei ihrer Arbeit behindert werden, mit Gleichgültigkeit und wenig Respekt behandelt oder sogar beschimpft werden. Wenn man bedenkt, dass dieser ehrenamtliche Einsatz bitterer Ernst ist mit einer völlig anderen Tragweite als der Einsatz z.B. in einem Sportverein bedeutet und im Extremfall mit dem Leben der Einsatzkräfte bezahlt wird, dann ist gerade diese Haltung von Mitbürgern schlicht verantwortungslos.

IMG_2589Im Laufe unseres Gesprächs erhielten wir also sehr tiefgehende und spannende Einblicke in die Arbeit und die Hintergründe der Kameraden der Wehr von Kloster Lehnin. Es drängten sich dann die Fragen danach auf, wie die Arbeit der Ehrenamtler unterstützt werden könnte. Einige Aspekte konnten wir diskutieren und herausfiltern. Zum einen fehlt es manchmal auf Seiten der Arbeitgeber an Verständnis für Abwesenheitszeiten aufgrund von Einsätzen oder Trainingszeiten – was jedoch z.B. angesichts der Produktionsausfälle auch wiederum verständlich ist. Ein zweiter Punkt war die Information der Mitbürger. Wie kann man die Gemeindemitglieder über die lohnende Mitarbeit bei der Feuerwehr informieren und gerade auch Erwachsene zum Mitmachen anregen? Ein möglicher Weg geht über die Kinder. Die begeisternde Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen führt manchmal dazu, dass die Eltern ebenfalls aktiv werden oder die Kleinen selbst auch nach der Pubertät der Feuerwehr treu bleiben. Hier lohnt sich die Investition auf jeden Fall und jede Unterstützung ist hilfreich. Aber auch in den Schulen könnte man mehr und konkreter über die Arbeit der Feuerwehr aufklären und so schon früh den verdienten und für eine gute Arbeit einfach auch notwendigen Respekt vermitteln. Als dritte Möglichkeit bietet sich die passive (oder natürlich auch bedingt aktive) Unterstützung in Form einer Mitgliedschaft. Viele Feuerwehren haben einen angeschlossenen Förderverein und freuen sich über jedes Mitglied und dessen finanziellen Beitrag.

Im Nachgang unseres Abends ergab sich außerdem eine Möglichkeit die Welt der Freiwilligen Feuerwehr aus Theatersicht zu erleben. Am 26.05.2018 wird in Paretz zur Eröffnung des Brandenburger Festivals „Land in Sicht“ das Stück „Die Feuerwehr ist da“ gezeigt. Hier können Sie dafür Plätze reservieren.

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Dieser Abend hat bei den Teilnehmenden die Welt des Ehrenamts auf ländlicher Ebene auf eine sehr spannende und beeindruckende Weise mit Leben gefüllt. Die meisten haben zum ersten Mal erfahren, was hier wenige Menschen für die Gemeinschaft leisten und wie genau dabei deren Realität aussieht. Auf jeden Fall sind wir nun für ein Ehrenamt sensibilisiert, das bis dahin als Selbstverständlichkeit eher selten hinterfragt wurde. Einige konkrete Ansatzpunkte für die Verbesserung der Wahrnehmung konnten wir herausarbeiten und der Umgang mit Feuerwehrleuten in den eigenen Reihen der Arbeitsbereiche unserer Teilnehmenden wird nach diesem Abend sicher nicht mehr gleichgültig sein.

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26 Apr

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Leadership Einzelprogrammtag: „Wandel und Veränderungsprozesse in der Lausitz am Beispiel des Braunkohleabbaus“

26. April 2018 | By |

Termin: Samstag 2. Juni 2018 von 09.30 – 18.00 Uhr

Die Lausitz ist ein Gebiet in Brandenburg, das massiv mit Umstrukturierung und Veränderung konfrontiert ist. Welche Strategien verfolgen Verantwortungsträger vor Ort, wie gestalten Menschen dort ihre Zukunft aktiv mit?

Wir verbringen einen Tag vor Ort und versuchen einen Überblick über die drängenden Themen zu erhalten. Ganz im Sinne unseres Leadership-Fokus‘, werden wir dafür Führungsperspektiven aus verschiedenen Blickwinkeln heraus kennenlernen.

Am Vormittag sind wir zu Gast bei Dr. Helmar Rendez, dem Vorstandsvorsitzenden der Lausitz Energie und Bergbau AG und Lausitz Energie Kraftwerke AG. Wir werden mit ihm gemeinsam im Geländewagen den Tagebau Welzow Süd erkunden und zu Mittag auf dem höchsten Punkt der Gegend einen Imbiss genießen. Danach erhalten wir eine Führung durch das hochmoderne Kraftwerk Schwarze Pumpe. Am Nachtmittag treffen wir lokale Vertreter aus der Wirtschaft, dem sozialen und dem öffentlichen Bereich und diskutieren mit ihnen über ihre unterschiedlichen Perspektiven in Bezug auf das Thema.

Eingeladen sind interessierte Führungskräfte aus Brandenburg und Berlin, sowie die Mitglieder von Leadership Brandenburg und Leadership Berlin – Netzwerke Verantwortung e.V.

Fragen, mit denen sich eine Gruppe von 15-20 Teilnehmenden an dem Tag befassen wird, sind:

  • Welche Prozesse und Einflussfaktoren wirken sich aktuell auf die Region aus?
  • Wie sehen Zukunftsszenarien aus?
  • Wer gestaltet diese mit?
  • Wie gehen insbesondere Verantwortliche mit den Themen um?
  • Wie finden Gestaltende und Betroffene zusammen?

Anmeldung bitte über diesen Link: Anmeldung Lausitz 

Hintergrundinformationen: Auszüge aus einem Artikel von Deutschlandfunkkultur

„Die Braunkohleverstromung ist ein Klimakiller. Doch in der Lausitz hängen Tausende Arbeitsplätze am Tagebau – dementsprechend heftig wehrt sich die rot-rote Landesregierung in Brandenburg gegen konkrete Ausstiegspläne. Wie also geht es weiter?

Noch vier Tagebaue betreibt die Lausitz Energie Bergbau AG, kurz LEAG: In Brandenburg Jänschwalde und Welzow-Süd, in Sachsen Nochten und Reichwalde. Die dort geförderte Braunkohle wird in den Kraftwerken Jänschwalde, Schwarze Pumpe und Boxberg verstromt.

Das Mahlen der Kohlemühlen in den Kraftwerken kann noch eine Weile so weiter gehen: In den genehmigten Abbaufeldern liegen derzeit noch rund 900 Millionen Tonnen Braunkohle. 8.000 Menschen verdienen in der ansonsten strukturschwachen Lausitz ihr Brot direkt bei der LEAG, dazu kommen die vielen Zulieferbetriebe.

Zu DDR-Zeiten arbeiteten zehntausende Kumpel in mehr als einem Dutzend Tagebauen. Damals wurde die Kohle „Schwarzes Gold“ genannt und Schwarze Pumpe galt als „Flamme des Sozialismus“.

Diese Zeiten sind längst vorbei: 2014 verkündet der Betreiber, der schwedische Staatskonzern Vattenfall, sich aus dem Geschäft mit der klimaschädlichen Braunkohle zurückzuziehen. Das Revier steht unter Schock.

Nach anderthalb Jahren Hängepartie findet sich ein Investor: Die tschechische Holding EPH aus Prag steigt ein. EPH gründet mit dem alten Vattenfall-Personal die LEAG und erbt auch die Braunkohlepläne von Vattenfall, die neue Tagebaue erlauben.

(…)

Die LEAG lässt mehr als 400 Millionen Tonnen Kohle im Boden. Am Standort Jänschwalde östlich von Cottbus wird der Tagebau nicht erweitert. Die Entscheidung über den Tagebau Welzow wird bis 2020 vertagt.

Auf sächsischer Seite wird der Tagebau Nochten zwar erweitert, aber nur ein bisschen, erklärt LEAG-Chef Helmar Rendez:

„Würden wir uns für die vollständige Nutzung des Abbaugebietes zwei im ersten Halbjahr 2017 entscheiden, würde dies mit der Umsiedlung von rund 1.700 Menschen und den notwendigen Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe auch in die bergmännische Infrastruktur verbunden sein.“

Und ob diese Investitionen jemals über den Stromverkauf wiedererwirtschaftet werden könnten, sei unter den derzeitigen Rahmenbedingungen mehr als fraglich.

„Die LEAG nimmt daher Abstand von den Planungen, in Nochten das Abbaugebiet zwei vollständig zu gewinnen. Zur Sicherung der Versorgung der Kraftwerke, insbesondere des modernsten Kraftwerks, was wir haben, des Blockes R in Boxberg, benötigen wir allerdings die Braunkohle eines Teils des Abbaugebietes zwei, das sogenannte Sonderfeld Mühlrose.“

(…)

Aber hier leben auch viele Menschen, die sich seit Jahren auf die Umsiedlung vorbereitet haben, auf gepackten Koffern saßen, nichts mehr am alten Haus gemacht, sich teils schon neue Domizile gekauft haben, in Erwartung der Entschädigung des Bergbautreibenden. Die fallen jetzt in ein tiefes Loch. Dementsprechend zweigeteilt sei die Stimmung.

(…)

Auch Nachbarn untereinander beschimpfen sich oder reden nicht mehr miteinander: Der Disput pro oder kontra Kohle teilt die Lausitz.“

Bei Fragen oder Interesse an näheren Informationen schicken Sie bitte eine Mail an: susan.kirch(at)leadership-brandenburg.de

06 Apr

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Leadership-Talk zum Thema „Entwicklung der Führungskultur von einer Zuständigkeits- zur Verantwortungskultur.“

6. April 2018 | By |

Wie kann in einer notwendigerweise stark strukturierten Arbeitsumgebung die starre Hierarchie aufgebrochen und Eigenverantwortung in den Führungsebenen verstärkt werden? Mit dieser Frage haben sich 13 Mitglieder und Interessenten von Leadership Brandenburg – Netzwerk Verantwortung e.V. (LSBB e.V.) bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) auf Einladung von Tillmann Stenger, Vorstandsvorsitzender der ILB, im Rahmen unserer zweiten Leadership-Begegnung beschäftigt.

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Banken sind traditionell klar strukturierte und hierarchisch organisierte Unternehmen. Dazu kommt der Fokus auf digitale Prozesse, auf Risikominimierung und Nachweisbarkeit, denn bei Investitionsbanken werden hohe Summen und öffentliche Gelder bewegt. Die ILB ist jedoch nicht nur eine Anstalt des öffentlichen Rechts, sondern gleichzeitig eine Bank mit häufig sehr langfristig angelegten Förder- und Investitionsprojekten. Dieser Spagat zwischen Bank und Behörde spiegelt sich auf unterschiedliche Weise im Alltag wider. Trotz der notwendigen Bürokratisierung von Abläufen machen sich auch in diesem Kontext mehr und mehr Veränderungen der modernen Arbeitswelt bemerkbar. Jüngere Führungskräfte und Mitarbeiter haben andere Wünsche und Vorstellungen von ihrer Arbeit als bisher üblich. Es werden zum Beispiel Forderungen nach transparenter Kommunikation und mehr Mitarbeiterbeteiligung lauter. Die steigende Komplexität der Arbeit erfordert außerdem mehr Eigenverantwortung.

IMG_1355._5Viele dieser Herausforderungen sind Aspekte von Unternehmenskultur und nicht mit allgemeingültigen Patentrezepten lösbar. Also befragte Herr Stenger zuerst seine Mitarbeiter nach deren Wünschen und Anregungen und stieß vor knapp zwei Jahren ein internes Kulturveränderungsprojekt an. Dabei leitete ihn die Überzeugung, dass eine Unternehmenskultur sich nur verändern kann, wenn die Führungsriege als Vorbild den Weg zuerst selbst beschreitet. Dementsprechend wurden über einen Zeitraum von gut einem Jahr die Führungskräfte der zweiten und dritten Ebene in gemischte Gruppen eingeteilt und mit unterschiedlichen Themenkomplexen betraut. Sie beschäftigten sich mit neuen Führungsleitlinien, mit Wegen zu effizienteren Meetings, mit der Veränderungsgestaltung in den Teams oder mit dem Umgang mit besonders guter oder schlechter Leistung und noch einiges mehr. Der entstandene Prozess wurde von den rund 60 Beteiligten im Rahmen von mehreren Workshops und schließlich einer übergreifenden Abschlussveranstaltung mit viel Engagement und Kreativität vorangetrieben. Neue Ansätze wurden erarbeitet und in die Umsetzung gebracht. Teile davon laufen bis heute weiter. Bei den Führungskräften zeigt sich bereits gesteigertes Selbstbewusstsein gepaart mit besserer Kooperation, sowie gestiegene Eigenverantwortung und Eigeninitiative. Nach einem intensiven Jahr mit viel Dynamik und einer Reihe von Anstößen geht es nun darum, die erarbeiteten Ergebnisse in das gesamte Unternehmen weiterzutragen und zu verstetigen. Hier sind schon jetzt einige neue Herausforderungen spürbar und der Prozess bleibt auf jeden Fall spannend.

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Herr Stenger ermöglichte uns in einem spannenden Vortrag zusammen mit seinem für den Prozess verantwortlichen Mitarbeiter Herr Hüttges (Referent Personal) anhand von vielen konkreten Beispielen tiefe Einblicke in den internen Prozess. Die sich an den Vortrag anschließende Diskussionsrunde war entsprechend lebhaft und intensiv. Viele der Anwesenden haben in ihrem Kontext mit ähnlichen Themen zu tun oder befinden sich bereits ebenfalls in internen Kulturveränderungsprozessen. Anhand von tiefgehenden Fragen und dem Austausch von unterschiedlichen Ansätze konnten viele Erfahrungen geteilt werden. Wie sich zeigt, ist das Thema einer Kulturveränderung vor allem auf lange Sicht ein komplexer Prozess, der sich weder nebenbei noch im Hauruckverfahren durchdrücken oder auf wenige Fragestellungen beschränken lässt. Das große Interesse an dem Austausch wurde entsprechend mit dem Wunsch geäußert, sich über den Abend hinaus mindestens noch einmal in kleinerer Runde zu treffen.

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Insgesamt kam dieser intensive und von großer Offenheit getragene Abend, der an vielen Stellen tiefe Einblicke ermöglichte, bei den Teilnehmern sehr gut an. Wir danken unseren Gastgebern Herrn Tillmann Stenger und Herrn Mario Hüttges herzlich für Ihre Zeit und die Bereitschaft so offen mit uns in die Diskussion einzusteigen. Dieser Abend war damit ganz im Sinn von LSBB e.V.. Uns geht es besonders darum, die Realitäten unserer Gastgeber und Diskussionspartner in unterschiedlichen Facetten zu erleben und dabei nicht nur die schönen Seiten kennenzulernen. Gerade der Austausch über selbst erlebte Herausforderungen und über bereits getestete Lösungsansätze machen solche Diskussionsrunden wertvoll. Nur so können die Teilnehmer sich gegenseitig inspirieren oder Kooperationsmöglichkeiten entstehen lassen.

14 Mrz

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Erweiterte Lernerfahrungen: Kurzprogramm 2018

14. März 2018 | By |

Trisektorale Vernetzung – zwei Tage in vielfältiger Gemeinschaft

Freitag 21.09.2018 ab ca. 10.00 Uhr und Samstag 22.09.2018 bis ca. 16.30 Uhr

An diesen zwei Tagen werden 18 Führungskräfte aus den drei Bereichen der Wirtschaft, dem sozialen und dem öffentlichen Sektor einander in der Gruppe intensiv begegnen und sich gegenseitig auch jenseits der beruflichen Rolle kennenlernen. Der Hauptfokus dieser beiden Tage liegt auf der aktiven Auseinandersetzung und dem persönlichen Austausch ohne „Berieselung von Vorne“. Diese beiden Programmtage finden inklusive Abendprogramm und Übernachtung im Ringhotel Schorfheide statt.

Die Gruppe ist begrenzt auf 18 Brandenburger Führungskräfte. Die Vorstandsmitglieder von LSBB e.V. werden Teil der Gruppe sein. (Kosten 350 Euro, Die Gewährung eines Teilstipendiums ist auf Antrag u.U. möglich.)

 

Die Plätze für diese Begegnungen sind begrenzt. Weitere Informationen und Anmeldung bei: susan.kirch(at)leadership-brandenburg.de

Sie können unseren Flyer als PDF leadership_brb_flyer_a4 herunterladen. Darauf finden Sie alle Informationen gebündelt.