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„Muslime fragen – Politiker antworten“ mit Winfriede Schreiber

5. September 2016 | By |

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vlnr: Rainer-Michael Lehmann (SPD), Susanna Kahlefeld (Bündnis 90/Die Grünen, Winfriede Schreiber, Irmgard Wurdack (Die Linke), Alexander Spies (Piraten), Wolfgang Jokusch (FDP)

Politiker*innen der Berliner Parteien sprechen in Neuköllner Moschee über Integrationskonzepte

Integrations-Expert*innen von SPD, CDU, Bündnis90/Die Grünen, Die Linke, Piraten und FDP präsentierten am 2. September 2016  ihre Konzepte gegen die Aus- und Abgrenzung von Muslimen in eine Parallelgesellschaft. Eigentlich sollte auch ein Vertreter der AfD teilnehmen. Die Partei zog ihre Teilnahme jedoch nach einem Vorstandsbeschluss zurück. Die Veranstaltung fand in der Neuköllner Begegnungsstätte e.V. (Dar-Assalam-Moschee) statt und richtete sich vornehmlich an Muslime. Moderiert wurde die Veranstaltung von Leadership Brandenburgs Vorstandsvorsitzender Winfriede Schreiber.

Es war eine lebendige Diskussion, bei der vom Neutralitätsgesetz bzw. der Haltung der Parteien zum Kopftuch über die Frage nach einem Einwanderungsgesetz und einem Staatsvertrag, der muslimischen Gefängnisseelsorge, der Aufführung in Verfassungsschutzberichten, die steuerlicher Absetzbarkeit von Deutschkursen, das Islamforum, die partielle Islamfeindlichkeit in Medien und Gesellschaft bis hin zu der Besetzung des Rundfunkrates die unterschiedlichsten Themen diskutiert wurden. Es wurde deutlich, wie groß das Interesse und die Zahl der Fragen ist und wie sehr ein solches Format Sinn macht.

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Winfriede Schreiber, Vorstandsvorsitzende von Leadership Brandenburg, moderierte die Veranstaltung.

Im Vorfeld sagte Bernhard Heider, Geschäftsführer von „Leadership Berlin – Netzwerk Verantwortung e.V.“, der die Gesprächsrunde in  Kooperation mit der Neuköllner Begegnungsstätte und mit Unterstützung der Landeszentrale für Politische Bildung organisiert hat: „Wir finden es wichtig, dass Politiker sich direkt mit Muslimen zu Themen, die sie betreffen, austauschen und nicht immer nur über Muslime sprechen. Natürlich gibt es Probleme bei der Integration von Muslimen und Tendenzen zu einer Art „Parallelgesellschaft“. Aber die werden doch nicht geringer, wenn man Muslimen gesellschaftliche Teilhabe erschwert und das Gespräch mit ihnen verweigert. Ganz im Gegenteil – die Politik sollte sich gerade einer solchen Herausforderung mit besonderer Anstrengung widmen und auch gegenüber Muslimen und Moscheegemeinden direkt zum Ausdruck bringen, wie ihre Konzepte im Hinblick auf Fordern und Fördern aussehen.“

„Wenn wir wollen, dass sich Muslime stärker mit der deutschen Gesellschaft identifizieren, müssen wir in zwei Richtungen arbeiten“, erklärt der Vorstandsvorsitzende und Imam der Neuköllner Begegnungsstätte Mohamed Taha Sabri seine Integrationsarbeit. „Zum einen in die Richtung derjenigen Muslime, die keinen Sinn darin sehen, sich zu integrieren, und zum anderen in die Richtung derjenigen in der Mehrheitsgesellschaft, die uns in eine Schublade stecken und Muslime generell ablehnen.“

Eigentlich hatten wir auch eine Zusage von der AfD (Hanno Bachmann), die allerdings nach einem Vorstandsbeschluss des Landesverbandes der AfD diese Woche zurückgezogen wurde. Moderiert wurde die Veranstaltung von Winfriede Schreiber, ehemaliger Leiterin des Brandenburger Verfassungsschutzes, die heute unter anderem Vorstandsvorsitzende unseres Partnervereins „Leadership Brandenburg – Netzwerk Verantwortung e.V.“ ist.